Carmen Fechter und Elke Jokisch

Carmen Fechter und Elke Jokisch

Im Herbst 2013 haben das Jobcenter, die Agentur für Arbeit, das Mehrgenerationenhaus Darmstadt (MGH) und die Stadt Darmstadt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Es wurde vereinbart mit gemeinsamen, institutionsübergreifenden Angeboten das MGH als einen Ort für Aktivitäten zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu nutzen. Eine dieser gemeinsamen Aktivitäten ist seit Januar 2014 das Angebot Offener Dialog für Alleinerziehende. Das MGH hat dabei die Koordination übernommen. Die Ansprechpartnerin seitens des Jobcenters Darmstadt ist Elke Jokisch, für die Agentur für Arbeit Darmstadt ist es Carmen Fechter. Beide sind für ihre Institution Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA). Als BCA geben sie für verschiedene Rechtskreise (SGB II und SGB III) Hilfestellungen in Themen wie beruflicher Ausbildung, oder beim Wiedereinstieg von Frauen und Männern nach einer Familienphase. Das MGH sprach mit ihnen zum Thema Alleinerziehende, deren Stellung auf dem Arbeitsmarkt und über die Funktion des MGHs:

Elke Jokisch und Carmen Fechter sind sich einig, ein Angebot wie der Offene Dialog für Alleinerziehende im MGH ist sehr wichtig, denn es tut gut mit anderen Menschen in ähnlicher Lebenssituation im Gespräch zu sein. Es macht Mut und inspiriert, vielleicht einen Weg einzuschlagen, den man sich vorher nicht zugetraut hätte. Außerdem hat der Treff auch die Besonderheit sich über Unterstützungsangebote in der Kommune informieren zu lassen.

Für Fechter ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf essentiell, sowie Frauen bei ihrem Wunsch nach Berufstätigkeit Hilfestellung zu geben. „Wichtig ist hierbei den Menschen nichts überzustülpen, sondern den Personenkreis angemessen zu unterstützen“.

Obwohl es immer mehr Alleinerziehende gibt, haben sie es auf dem Arbeitsmarkt ein ganzes Stück schwerer, denn viele sind noch nicht beruflich „etabliert“. „Für diese Personen geht es um viel mehr, als eine Arbeitsstelle zu finden“, stellt Jokisch fest. „Zudem sind Alleinerziehende nur bedingt flexibel, und davor haben Arbeitgeber Angst“, ergänzt Fechter. Trotzdem haben sie auch eine Lobby, denn viele Chefs erkennen das Organisationstalent und das Verantwortungsbewusstsein der Alleinerziehenden. „Es gibt sogar Unternehmen, die aus diesem Grund bevorzugt Alleinerziehende einstellen“, weiß Fechter. „Und es gibt Kooperationsmodelle mit Firmen, die Teilzeitarbeitsplätze für Alleinerziehende bereit stellen“, stimmt Jokisch zu.

Es habe sich in diesem Bereich etwas geändert, aber zufrieden könne man mit dieser Situation noch nicht sein. „Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, resümiert Jokisch.

Im MGH gibt es viele gute und hilfreiche Entlastungsangebote, wie zum Beispiel das Kinderhotel. Das MGH als Ort des Offenen Treffs für Alleinerziehende spiegelt für Fechter etwas Familiäres. Die Menschen, die zu den Veranstaltungen kommen, bestätigen diesen Eindruck. Für Jokisch ist trotzdem noch eine große Überzeugungsarbeit zu leisten den Menschen zu vermitteln, dass man sie mit den Angeboten zusätzlich unterstützen möchte. Für Fechter ist die Zusammenarbeit mit dem MGH sehr bereichernd, denn es gäbe viel Raum zum Kreativwerden. Im übertragenen Sinne drücken die vielen verschiedenen Stühle für Jokisch eine Vielfalt aus, in der jede/r willkommen ist. „Es ist so liebevoll unperfekt“, strahlt sie.

Das MGH freut sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit.